Deutsch

Das Honorarkonsulat der Republik Senegal unterstützt den Förderverein (I)NTACT

 

12.10.09

Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen


(I)NTACT: Ein grausames Ritual gemeinsam bekämpfen


Bei einem offiziellen Besuch in Benin im Jahre 1995 wurde Christa Müller erstmals mit der grausamen Tradition der weiblichen Beschneidung konfrontiert. Von der Ehefrau des damaligen beninischen Staatspräsidenten um Hilfe gebeten, begann sie, Spenden zu sammeln, um einheimische Initiativen gegen das grausame Ritual in Benin zu unterstützen.

Anfang 1996 gründete Christa Müller dann in Saarbrücken die Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen - (I)NTACT e. V.
Zweck von (I)NTACT ist es, über das Problem der weiblichen Genitalver-stümmelung zu informieren und diese eklatante Menschenrechtsverletzung zu bekämpfen.

(I)NTACT zählt inzwischen über 1000 Fördermitglieder und hunderte Spenderinnen und Spender in Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Italien und vielen weiteren Ländern.
Darunter sind auch prominente Mitglieder  wie Lea Rosh, Initiatorin des "Denkmals für die ermordeten Juden Europas" in Berlin, und die Mitbegründer Dr. Nobert Blüm (CDU), Fernsehmoderator Günther Jauch, Hanny Lightfood-Klein (Autorin von "Das grausam Ritual" und Prof. Horst Eberhard Richter. Sie alle unterstützen die Initiative mit viel Engagement.


(I)NTACT unterstützt den Kampf der Frauen und Männer in Afrika

Weltweit sind rund 130 Millionen Frauen und Mädchen Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. Der Jahrhunderte alte Brauch wird von etwa 200 Ethnien hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent praktiziert. In fast allen betroffenen Ländern kämpfen heute kleine und große Organisationen mit Aufklärungskampagnen gegen die Beschneidung. (I)NTACT bietet diesen afrikanischen Organisationen finanzielle und organisatorische Unterstützung an und fördert bevorzugt jene, die bei ihren Aufklärungskampagnen direkt mit der Bevölkerung, also basisorientiert, arbeiten. Ehemalige Beschneiderinnen erhalten von (I)NTACT Kleinkredite zur Erschließung neuer Einkommens-möglichkeiten. Sie werden, wann immer möglich, in den Kampf gegen den alten Brauch miteinbezogen und können sich so ihr gesellschaftliches Ansehen bewahren, das sie bis dahin durch ihren traditionellen Beruf genossen.

(I)NTACT unterstützt und unterstützte Aufklärungsmaßnahmen in Benin, Burkina Faso, Eritrea, Guinea, Kenia, Mali, Senegal, Sierra Leone, Tansania, Togo und im Tschad. Aktuelle Schwerpunktländer sind dabei Burkina Faso, Togo, Senegal und Benin.



Aufklärung mit Erfolg im Schwerpunktland Benin

In Benin hat die Hilfe von (I)NTACT nach 10 Jahren des intensiven Engagements einen großen Erfolg erzielt: Das Ende der Tradition der weiblichen Beschneidung wurde dort in einem Staatsakt vor der Weltöffentlichkeit am 9. April 2005 feierlich verkündet. Die großen Fetischpriester ehemals beschneidender Ethnien haben der Tradition eine Absage erteilt. Alle bekannten, insgesamt 216 Beschneiderinnen haben das blutige Metier aufgegeben. Die meisten von ihnen haben Dank eines Kleinkredits von (I)NTACT neue Einkommensmöglichkeiten. Über 1200 freiwillige Dorfkomitees wachen heute darüber, dass in ihren Dörfern die Mädchen nicht mehr beschnitten werden.


(I)NTACT leistet Aufklärungsarbeit in Deutschland

Auch in Deutschland leben schätzungsweise 30.000 Frauen afrikanischer Herkunft, die beschnitten sind. Fünftausend Mädchen sind potenziell von Genitalverstümmelung in unserem Land bedroht. Fachleute aus Medizin, Recht und Bildung werden zunehmend mit diesem Brauch konfrontiert. (I)NTACT betreibt darum auch in Deutschland Informationsarbeit, steht Betroffenen als Ansprechpartnerin zur Verfügung und begleitet Migrantenvereine bei ihren Aufklärungsprojekten.



Die Arbeit des Vereins können auch Sie auf vielfältige Weise unterstützen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.intact-ev.de